12/10/2026
Der Rückzug von Bärbel Bas verdient Respekt. Zuallererst mein aufrichtiges Mitgefühl und Beileid für ihren persönlichen Verlust. In solchen Momenten wird deutlich, dass hinter jedem politischen Amt ein Mensch steht, für den es auch ein Leben jenseits der Politik gibt.
Gleichzeitig ist ihr Rückzug auch politisch ein Einschnitt. Dass dabei auch das Miteinander in der Koalition eine Rolle gespielt hat, sollte uns zu denken geben. Gute sozialdemokratische Politik braucht nicht nur klare Positionen, sondern auch die Möglichkeit, diese in einer Koalition mit Nachdruck zu vertreten und umzusetzen.
Ich möchte Bärbel Bas ausdrücklich für ihren Einsatz und ihr Engagement für unsere Sozialdemokratie danken. Sie steht für einen politischen Typus, den wir dringend brauchen: bodenständig, mit eigener Erfahrung aus der Arbeitswelt und mit einem glaubwürdigen Blick auf die Lebensrealität der Beschäftigten. Das hat sich auch an ihrem beeindruckenden Ergebnis auf dem Parteitag gezeigt.
Wir brauchen mehr solcher Persönlichkeiten, die unsere sozialdemokratischen Positionen überzeugend vertreten – aus eigener Überzeugung und aus eigener Erfahrung. Das verlangt eine offene Debatte über klare sozialdemokratische Standpunkte und ihre glaubwürdige Vertretung. Mit einer lautlosen Nachbesetzung ist es nicht getan.
Als Vorsitzender der RuhrSPD ist für mich zudem klar: Das Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen müssen auch künftig auf der Ebene der Parteispitze und im Bundeskabinett stark vertreten sein. Unsere Region hat die Sozialdemokratie geprägt. Die Erfahrungen der Menschen, die hier leben und arbeiten, müssen auch künftig in den zentralen Entscheidungen unserer Partei und der Bundesregierung Gehör finden.
Aus unserer sozialdemokratischen Herzkammer heraus wollen wir dazu beitragen, dass die SPD wieder mehr Orientierung, Profil und neuen Schwung gewinnt.
Neustart