19/09/2026
Gedenkfeier in Unna-Massen erinnert an Opfer von Flucht und Vertreibung
Die Union der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten (UdVA) der CDU im Kreis Unna und der Kreisverband Unna des Bundes der Vertriebenen (BdV) haben am Samstag der Opfer von Flucht und Vertreibung gedacht. Ort der Veranstaltung war der Gedenkstein auf dem Gelände der ehemaligen Landesstelle Unna-Massen.
Ab 1951 war sie die rrste Anlaufstelle für Vertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler in NRW.
Mehr als 2,5 Millionen Menschen kamen im Laufe der Jahrzehnte hier an und begannen von Massen aus ein neues Leben, erinnert die CDU.
„Kaum ein Ort in NRW steht so sehr für Flucht, Ankommen und Neubeginn“, so Stephan Wehmeier, Kreisvorsitzender der UdVA. Nachdem die Gedenkfeier viele Jahre am Kreuz der ostdeutschen Heimat in Kamen begangen worden war, fand sie in diesem Jahr in Massen statt.
Landtagskandidatin Vera Volkmann aus Unna erinnerte daran, dass hinter den großen Zahlen ganz persönliche Lebensgeschichten stehen. Viele der hier aufgenommenen Menschen hätten sich unter schwierigen Bedingungen ein neues
Leben aufgebaut, Familien gegründet und Vereine, Gemeinden und die Gesellschaft mitgeprägt.
Zugleich verwies Volkmann auf die historische Verantwortung Deutschlands: Der von
Deutschland begonnene Zweite Weltkrieg und die Verbrechen der NS-Gewaltherrschaft hätten unermessliches Leid über Europa gebracht. Zur gemeinsamen Geschichte gehöre aber auch das Schicksal der Menschen, die ihre Heimat verloren, vertrieben, verschleppt oder entrechtet wurden.
BdV-Kreisvorsitzende Dr. Bärbek Beutner stellte den Verlust von Heimat und die Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 in den Mittelpunkt. „Heimat ist weit mehr als ein Ort auf der Landkarte. Wer seine Heimat verliert, verliert oft einen Teil der eigenen Lebensgeschichte. Deshalb müssen wir die Erinnerung an Flucht und Vertreibung bewahren und zugleich die Botschaft der Versöhnung und des friedlichen Miteinanders weitergeben." Die Charta, die den Verzicht auf Rache und Vergeltung mit dem Bekenntnis zu einem geeinten Europa verband, sei bis heute ein wichtiger Bezugspunkt für die Arbeit der Vertriebenenverbände.
Die Gedenkfeier stand zugleich im Zeichen des Tags der Heimat und seinem diesjährigen Leitwort „Bekenntnis und Verantwortung: Unser Kulturgut verbindet Europa“. Weil die Zahl der Zeitzeugen abnimmt, gewinne die Weitergabe ihrer Erinnerungen an Bedeutung. Aus Erinnerung erwachse Verantwortung für Frieden, Versöhnung und Freiheit.
Quelle CDU Kreis Unna