03/04/2026
Die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen führen uns einmal mehr vor Augen, wie verletzlich unsere Energieversorgung noch immer ist. Kriege, Konflikte und Spannungen – nicht zuletzt rund um den Persischen Golf – zeigen deutlich, wie abhängig Deutschland und Europa nach wie vor von fossilen Energieträgern aus politisch instabilen Regionen sind. Diese Abhängigkeit bedeutet nicht nur wirtschaftliche Unsicherheit, sondern auch politische Erpressbarkeit durch autokratische und despotische Regime in Russland oder den USA.
Vor diesem Hintergrund ist die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Reiche (CDU) umso kritischer zu bewerten. Anstatt den notwendigen und längst überfälligen Ausbau erneuerbarer Energien entschlossen voranzutreiben, setzt sie auf einen rückwärtsgewandten Kurs. Dass Reiche vorher jahrelang als Lobbyistin der Gas- und Kohleindustrie agierte, hat zumindest ein „Gschmäckle“ und kein kleines. Wer heute noch zögert, den Ausbau von Wind- und Solarenergie zu beschleunigen, verkennt die Realität der globalen Lage.
Windkraftprojekte müssen jetzt starten
Gerade auf kommunaler Ebene zeigt sich, dass viele Bürgerinnen und Bürger längst weiter sind als Teile der Bundespolitik. Ein gutes Beispiel unser Weingarten: Im Bürgerentscheid haben sich die Menschen vor Ort mit deutlicher Mehrheit für Windkraft ausgesprochen. Dieses Votum ist ein starkes Signal für mehr Klimaschutz, für regionale Wertschöpfung und für mehr Unabhängigkeit in der Energieversorgung.
Als SPD-Fraktion im Gemeinderat nehmen wir diesen Auftrag ernst. In der Gemeinderatssitzung vom 23. März haben wir daher Bürgermeister Bänziger gezielt nach dem weiteren Vorgehen gefragt und deutlich gemacht, dass jetzt die Zeit zu handeln gekommen ist. Wir haben eindringlich appelliert, die nächsten Schritte konsequent und zügig umzusetzen, damit die Windkraftprojekte in Weingarten vorankommen.
Denn eines ist klar: Jede Verzögerung spielt letztlich genau jener Energiepolitik in die Hände, die wir auf Bundesebene kritisieren. Während dort wichtige Entscheidungen verschleppt werden, müssen wir vor Ort zeigen, dass es auch anders geht.
Die Herausforderungen unserer Zeit verlangen nach Mut und Weitsicht. Hoffen wir, dass Wirtschaftsministerin Reiche bald zur Einsicht kommt - vielleicht kann ihr mal jemand einen Tipp geben? Anders wird diese Personalie nicht länger tragbar sein.