27/05/2026
Heute gibt es einen kleinen Einblick in meinen Praxis-Alltag.
Vor ein paar Jahren hätte ich gesagt: Lernkarten sind super, schreibt sie einfach.
Heute weiß ich, dass das nicht reicht.
In der Lerntherapie sehe ich oft Kinder, die zu Hause fleißig Karten geschrieben haben und in der Stunde trotzdem ratlos vor mir sitzen. Sie können die Karten vorlesen, aber sie können den Stoff nicht. Weil das Schreiben mechanisch war, ohne Auseinandersetzung.
Genau dort setze ich an.
Bevor irgendetwas auf eine Karte kommt, sprechen wir den Stoff durch. Wir suchen Schlüsselwörter, wir ordnen, wir streichen, was nicht wichtig ist. Dieses Durchdringen vorher ist der eigentliche Lern-Effekt. Das Schreiben danach festigt nur, was bereits verstanden wurde.
Was mir besonders gefällt: Lernkarten lassen sich überallhin mitnehmen. Mit einem Gummi zusammengehalten passen sie in jede Hosentasche, in jedes Mäppchen. Fünf Minuten im Bus, drei Minuten vor dem Schlafengehen. So wird Wiederholen nebenbei möglich, ohne dass es nach Lernen aussieht.
Wenn dein Kind also schon einen Stapel Karten hat, aber den Stoff trotzdem nicht sitzt, lohnt es sich, nicht auf die Karten zu schauen, sondern auf den Weg, der zu ihnen geführt hat.
Speicher dir den Post, wenn er dir gerade hilft. Und wenn du jemanden kennst, der gerade vor einem Stapel Lernkarten verzweifelt, schick ihn weiter.
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
22/05/2026
Einen Satz, den ich Eltern immer wieder mitgebe: Konzentration ist keine Frage von Disziplin.
Sie ist eine Fähigkeit, die sich entwickelt.
Und sie schwankt, mehr als wir denken.
In meinen Stunden frage ich Kinder oft am Anfang, wie konzentriert sie heute sind. Auf einer Skala von 1 bis 10. Die Antworten überraschen mich manchmal, weil Kinder das oft selbst gut einschätzen können, wenn man ihnen den Raum dafür gibt. Eine Acht ist eine Acht, da geht heute viel. Eine Drei ist eine Drei, da müssen wir anders planen.
Was ich an dieser kleinen Frage so schätze: Sie nimmt Druck raus. Das Kind muss nicht so tun, als ob es heute besonders aufnahmefähig wäre. Wir starten dort, wo es wirklich steht.
Diese Haltung wünsche ich mir auch für zu Hause. Nicht jeden Tag muss alles gelingen. Nicht jede Hausaufgabe muss in der gleichen Geschwindigkeit gehen. Manchmal hilft es schon, das laut auszusprechen: „Ich merke, dir fällt es gerade schwer. Lass uns kurz Pause machen.“
Das nimmt Druck raus, aus dem Kind und aus dir.
Speicher dir den Post, wenn die Faustregel mit Alter mal zwei dir gerade hilft, deine Erwartungen zu sortieren.
Und wenn du jemanden kennst, der gerade an der Konzentration seines Kindes verzweifelt, schick ihn weiter.
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
14/05/2026
Ich habe diesen Brief für dich geschrieben.
Ich weiß, wie es ist, wenn man als Mama den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Wenn Schule, Druck, Hausaufgaben und Sorgen alles überlagern.
Seit Jahren arbeite ich mit Kindern, die Probleme beim Lernen haben. Und mit ihren Eltern. Was ich in dieser Zeit gelernt habe:
Es geht nicht immer darum, die perfekte Lösung zu finden.
Manchmal ist es einfach wichtig, mit deinem Kind in Verbindung zu bleiben.
Da sein.
Es in den Arm nehmen.
Und ihm zu zeigen: Ich glaube an dich. Du bist gut, so wie du bist.
Genau das versuche ich auch in meiner Arbeit: Ich möchte den Kindern einen anderen Zugang zum Lernen ermöglichen. Einen, in dem sie nicht mehr hören: „Übt mehr!”, sondern spüren:
Da ist jemand, der an mich glaubt.
Und an dich, liebe Mama, auch!
Du machst nicht alles falsch. Du gibst dein Bestes. Und das ist mehr, als du denkst. 🤍
Speichere diesen Brief für die Tage, an denen du ihn brauchst. Wenn du eine Mama kennst, der er heute guttun würde, schick ihn ihr weiter. 🤍
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
08/05/2026
„Mein Kind ist doch nicht dumm.“
Von Eltern höre ich diesen Satz oft. Manchmal leise, manchmal mit Tränen in den Augen.
Und nein, ihr Kind ist nicht dumm. Es ist auch nicht faul. Es ist auch nicht „zu langsam”.
Es lernt anders.
Kinder mit LRS, Dyskalkulie, ADHS, Konzentrationsschwierigkeiten oder Lernblockaden scheitern nicht, weil sie nicht können. Sie scheitern an einem System, das nur einen einzigen Weg kennt, wie Lernen funktionieren soll. Und dieser Weg passt nicht zu ihnen.
Was sie brauchen, ist jemand, der genau hinschaut. Wo hakt es wirklich? Was kann dieses Kind besonders gut und wie können wir das nutzen? Welcher Zugang öffnet die Tür, die im Schulalltag verschlossen bleibt?
Genau das tue ich.
Als Diplom-Sozialpädagogin und zertifizierte Lerntherapeutin begleite ich Kinder dorthin, wo Lernen wieder möglich wird. Ohne Kampf, ohne Tränen und ohne Selbstzweifel. Praktisch. Spielerisch. Und immer im Tempo des Kindes.
Und ich begleite auch dich als Elternteil. Denn du musst nicht allein herausfinden, wie ihr als Familie da wieder rauskommt.
🤍 Wenn du das Gefühl hast, dass ihr Unterstützung braucht, kannst du dir über den Link in meiner Bio ein kostenloses Erstgespräch buchen.
Gemeinsam schauen wir, was dein Kind und ihr als Familie gerade wirklich braucht.
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
06/05/2026
Spielerisch das Lesen und Schreiben stärken ... Geht das wirklich?
Ja!
Gerade Kindern, denen Lesen und Schreiben schwerfällt, helfen Methoden, die nicht nach Schule oder Üben aussehen. Druck und Frust sind bei ihnen oft schon Dauerbegleiter. Ein Spielabend hingegen schafft Freiraum, in dem das Lernen fast nebenbei passiert.
Meine drei Empfehlungen:
🐾 Cat Crimes: Hier müssen kurze Rätseltexte mehrfach gelesen und genau verstanden werden. So wird sinnentnehmendes Lesen trainiert, ohne dass es sich nach Lesetraining anfühlt.
👀 Dobble: Hier werden visuelle Wahrnehmung, schnelle Wortabrufe und Konzentration vereint. Besonders wertvoll ist, dass Kinder mit LRS hier oft schneller sind als die Erwachsenen am Tisch. Das ist ein wichtiges Erfolgserlebnis.
🃏 „Wortarten-Mau-Mau” trainiert das Lesen auf Wortebene und gleichzeitig das sichere Erkennen von Wortarten. Wer Nomen schnell erkennt, schreibt sie auch eher groß. So wird die Rechtschreibung ganz beiläufig mitgeübt.
Wichtig: Spiele können keine Lerntherapie ersetzen. Aber sie schaffen Momente, in denen dein Kind mit Freude Lesen und Schreiben erlebt. Und genau das ist die Basis, auf der echtes Lernen wachsen kann.
Welches dieser Spiele kennst du schon? Schreib es mir gerne in die Kommentare!
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
04/05/2026
Der April war turbulent: neue Schülerinnen, Diagnostik, Testungen.
Und trotzdem war mein schönster Moment des Monats ein Kind, das keine Minute seiner Therapiestunde hergeben wollte.
Welche Lektion mir der April (mal wieder) erteilt hat, welches Spiel derzeit mein absoluter Dauerbrenner ist und was Eltern zum Ende des Schuljahres wirklich hilft, erfahrt ihr ausführlich auf meinem Blog.
👉 Link in Bio
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
01/05/2026
Ein Schüler in meiner Lerntherapie sagte neulich nach einer Spielrunde: „Können wir das nächste Mal wieder so anfangen?"
Wir hatten eigentlich „geübt". Aber für ihn fühlte es sich nicht so an.
Genau das ist der Punkt: Kinder lernen am besten, wenn sie nicht merken, dass sie lernen.
Wenn das, was sie tun, sich gut anfühlt, nämlich eicht, interessant, spaßig und verbunden.
Was mit Freude verknüpft ist, bleibt.
Was mit Druck verknüpft ist, blockiert.
Deshalb ist Spielen für mich kein „Drumherum". Es ist der Weg.
Wann habt ihr euer Kind zuletzt richtig vertieft beim Spielen erlebt?
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
29/04/2026
Wenn ein Kind bei der Rechenaufgabe „7+8” jedes Mal die Finger versteckt, weiß ich: Hier ist nicht nur die Aufgabe selbst das Problem.
Sondern das Gefühl, das damit verbunden ist.
Viele Kinder, die zu mir kommen, haben Mathe längst als „das, was ich nicht kann” abgespeichert. Zahlen sind für sie keine Werkzeuge mehr, sondern Prüfsteine. Jede Aufgabe ist eine Möglichkeit zu scheitern.
Deshalb beginne ich oft nicht mit Aufgaben.
Sondern mit einem Spiel.
Denn beim Spielen passiert etwas Entscheidendes: Mengen werden greifbar. Zahlen bekommen eine Form, eine Farbe, ein Tempo. Das Kind merkt nicht, dass es übt. Es merkt nur, dass es mitspielen kann.
Das Mengenverständnis ist die Grundlage für alles Weitere im Rechnen. Wer Mengen nicht sicher erfasst, kann auch keine Strategien entwickeln. Wer aber spielt, schult genau das, ganz ohne Druck, ohne rote Striche, ohne Scham.
Drei Spiele, die ich in der Lerntherapie gerne nutze, habe ich euch in den Slides mitgebracht.
Welches davon kennt ihr schon? Und welches wandert vielleicht auf euren nächsten Geburtstagswunschzettel?
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
24/04/2026
„Fehler sind Helfer."
Klingt nach einem netten Spruch. Ist aber eine Haltung und eine, die im Alltag ziemlich herausfordernd sein kann.
Denn die Frage ist nicht nur: Wie spreche ich mit meinem Kind über Fehler?
Sondern auch: Wie spreche ich mit mir selbst, wenn ich einen mache?
Wenn ich in der Küche etwas fallen lasse und seufze „Ich bin so ungeschickt."
Wenn ich mich verfahre und sage „Mann, bin ich blöd."
Wenn mir etwas misslingt und ich mich innerlich abwerte, dann hört mein Kind zu. Und lernt: So geht man mit Fehlern um.
Kinder übernehmen nicht, was wir ihnen sagen. Sie übernehmen, was sie uns vorleben sehen.
Ein Fehler ist kein Beweis dafür, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ein Fehler ist ein Hinweis. Er zeigt mir: Hier darf ich noch hinschauen. Hier darf ich noch lernen.
Genau das dürfen auch unsere Kinder erfahren. Nicht durch große Worte, sondern dadurch, wie wir selbst mit unseren Stolpersteinen umgehen.
Drei kleine Sätze, die bei uns oft fallen:
🤍 „Das hat noch nicht geklappt, also probieren wir es anders.
🤍 „Daraus kann ich was lernen.
🤍 „Das darf sein. Ich bin trotzdem okay."
Nicht weil alles schöngeredet werden soll. Sondern weil Kinder einen entspannten Umgang mit Fehlern nur lernen können, wenn sie ihn bei uns sehen.
Welcher dieser Sätze fällt dir am leichtesten und welcher am schwersten?
🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍🤍
22/04/2026
Wenn ein Kind in der Lerntherapie ein Wort nicht lesen kann, sage ich nicht: "Das ist falsch."
Ich sage: "Über das Wort bist du gerade gestolpert."