14/10/2026
𝗣𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻𝗴𝗲𝘀𝗰𝗵𝗮𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗶𝗺 𝗟𝗮𝗻𝗱𝗸𝗿𝗲𝗶𝘀 𝗥𝗼𝘀𝘁𝗼𝗰𝗸
Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind Vorsitzender eines politischen Gremiums, dem u.a. die Kontrolle der Verwaltung unterliegt. Nun wird in dieser Verwaltung eine Führungsposition zur Neubesetzung öffentlich mit den dazu erforderlichen Qualifikationen und Fähigkeiten ausgeschrieben. Gewählt wird die neue Führungsperson von Ihrer Vertretung, in der Sie, um das noch einmal hervorzuheben, den Vorsitz haben, dessen Sitzungen Sie also leiten.
Auch Sie interessieren sich für diese Tätigkeit, kandidieren aber zugleich für ein anderes politisches Mandant bei einer Wahl und halten sich, vermutlich aus diesen Gründen, bedeckt. 13 Bewerber melden sich auf die Stellenausschreibung. Die Mitglieder des Kreistages, also auch Sie, haben nun die Möglichkeit, alle Bewerbungen zu sichten, ggf. mit Bewerbern Gespräche zu führen und sie sprichwörtlich auf Herz und Niere zu prüfen.
Die Wahl war für Ihre Partei und für Sie ein Desaster, sie verpaßten das angestrebte Mandat und bis zur anstehenden Wahl der angesprochenen Führungsposition sind es noch einige Wochen. Was würde die Öffentlichkeit von Ihnen erwarten, wenn Sie ebenfalls eine Kandidatur für die Stelle in Erwägung ziehen? Wir meinen, daß Sie – aufgrund Ihrer herausgehobenen Stellung, in der Sie sich befinden – spätestens jetzt öffentlich Farbe bekennen müßten.
𝗚𝗹𝗮𝘂𝗯𝘄𝘂̈𝗿𝗱𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗣𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝗸?
In der CDU in Mecklenburg-Vorpommern scheint diese Haltung aber - zumindest nicht überall - vorhanden zu sein. Die Maßstäbe für Glaubwürdigkeit und Transparenz werden hier wohl anders ausgelegt. Der Kreistagspräsident des Landkreises Rostock, der Jurist Hackendahl von der CDU, wurde am 7. Oktober erst zu Beginn des Tagesordnungspunktes vom CDU-Fraktionsvorsitzenden als Kandidat vorgeschlagen. Gegenüber den Medien bekundete Hackendahl, die Kandidatur sei „eine recht spontane Bewerbung“ mit ein paar Tagen Vorlauf gewesen, räumte aber zugleich ein, man hätte jedoch mit drei Wahlgängen gerechnet. Im dritten Wahlgang setzte er sich gegen einen anderen Kandidaten durch.
Die kurzfristige Entscheidung soll wohl der Öffentlichkeit vermittelt werden. Glaubwürdiger scheint aus unserer Sicht zu sein, daß die Kandidatur von langer Hand vorbereitet wurde. Rein rechtlich scheint die Vorgehensweise möglich zu sein. Moralisch sieht der Sachverhalt aber anders aus. Welchen Eindruck hinterläßt hier insbesondere die CDU im Landkreis Rostock? Wird hier der Rest an Glaubwürdigkeit der politischen Ebene für einen gutdotierten Posten aufgegeben?
David Petereit, Vertreter der Heimat im Kreistag des Landkreises Rostock, nahm auf diesen Umstand Bezug und wies zurecht darauf hin, daß die Herangehensweise um die Wahl Hackendahls ein „Geschmäckle“ hat. Zugleich konfrontierte er den Kreistagspräsidenten in der Sitzung mit diesem Eindruck, wodurch der Unmut über die gefühlte Vorteilsnahme hörbar wurde.
𝗨𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗛𝗲𝗶𝗺𝗮𝘁 𝗯𝗲𝗻𝗼̈𝘁𝗶𝗴𝘁 𝘀𝘁𝗮𝗿𝗸𝗲 𝗦𝘁𝗶𝗺𝗺𝗲𝗻
Es sind vor allem solche Entwicklungen, die bei den Deutschen für Unverständnis und die Abkehr von den herrschenden Parteien sorgen. Nicht grundlos sind zwei Bürgermeister in Mecklenburg-Vorpommern aus der CDU ausgetreten, wie gestern bekannt wurde. Solange es in politischen Gremien an Mehrheiten für eine Politik für das Volk und unsere Heimat fehlt und stattdessen die Parlamente auch auf kommunaler Ebene als Selbstbedienungsladen betrachtet werden, sind die starken Stimmen, wie jene von David Petereit im Kreistag des Landkreises Rostock, wichtiger denn je.