30/10/2026
Vor 65 Jahren, am 30. Oktober 1961, wurde das deutsch-türkische Anwerbeabkommen unterzeichnet. Es war der Beginn eines Kapitels unserer gemeinsamen Geschichte, das Deutschland bis heute prägt.
Hunderttausende Menschen kamen aus der Türkei, um hier zu arbeiten. In Fabriken und Betrieben trugen sie wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Wohlstand unseres Landes bei. Viele wollten ursprünglich zurückkehren. Einige taten das. Andere blieben, gründeten Familien und fanden hier eine neue Heimat.
Aus den angeworbenen Arbeitskräften wurden Nachbarinnen und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde. Ihre Kinder und Enkel gestalten unser Land heute mit. In Unternehmen, Schulen, Krankenhäusern, Vereinen und in der Politik.
Doch zu dieser Geschichte gehören auch schwierige Arbeits- und Lebensbedingungen, Ausgrenzung und fehlende Anerkennung. Viel zu lange wurde zu wenig gesehen, dass die Menschen, die damals kamen, nicht nur zum Wohlstand beitrugen, sondern auch ihre Hoffnungen, Träume und Lebensgeschichten mitbrachten. Viele schlugen hier Wurzeln und machten Deutschland zu ihrer Heimat. Sie haben unser Land wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell bereichert.
Dieser Jahrestag ist eine Gelegenheit, die Lebensleistung der ersten Generation zu würdigen. Mit ihrer Arbeit haben sie einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung unseres Landes geleistet. Auch ihre Familien und die nachfolgenden Generationen prägen Deutschland bis heute. Viele von ihnen haben in der SPD auch ein politisches Zuhause gefunden. Als SPD sagen wir dafür Danke und wissen: Ihr Engagement ist Teil unserer eigenen Geschichte.
65 Jahre später bleibt unser Auftrag: Respekt darf nicht bei Worten stehen bleiben. Er muss sich in gleichen Chancen, echter Teilhabe und einem guten Miteinander zeigen.