18/10/2026
https://www.facebook.com/share/1FKkYPWKRt/
Veronika Czakon. Anarcho-Syndikalistin und Spanienkämpferin
In Salzgitter-Bad starb am 25. Juni 1979 die gelernte kaufmännische Angestellte Veronika Czakon (geb. Kubitzek) im Alter von 83 Jahren.
Sie heiratete ihren Mann Paul 1928 in Schlesien, eine der östlichsten Regionen Deutschlands, mit starken sozialen, politischen, nationalen und religiösen Gegensätzen. Paul war in der Region ein bedeutender Organisator und Redner für die anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsbewegung, die eine herrschaftsfreie Gesellschaft anstrebte. Er engagierte sich in der Stadt Beuthen bei den „Schwarzen Scharen“, einer anarchistischen Kampfformation – ähnlich wie das sozialdemokratische „Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold“ oder der kommunistische „Rote Frontkämpferbund“ – die nach eigenen Angaben recht erfolgreich gegen den aufkommenden Faschismus und dessen Terrormethoden agierten. Nachdem die Polizei im Sommer ein Sprengstofflager aushob, flüchtete der gesuchte Paul im Januar 1933 vor der drohenden Verhaftung nach Spanien, deutlich gezeichnet von einem Überfall durch SA-Leute, die ihm mehrere Zähne ausschlugen. Veronika wurde im selben Monat für ein paar Tage inhaftiert und folgte ihm im März 1933 über Berlin nach Barcelona. Die Fluchthilfen und Vermittlungen leistete die anarcho-syndikalistische „Internationale Arbeiter-Assoziation“, die über weltweite Kontakte verfügte. Veronika engagierte sich in einer antifaschistischen Frauenorganisation. Die örtliche Gewerkschaft „Confederación Nacional del Trabajo“ (CNT) kümmerte sich sowohl um ein Versteck als auch um einen Aufenthaltsstatus für die Czakons.
https://histbrun.hypotheses.org/6878